Foto: Ron Lach / Pexels5 Beleuchtungsfehler im Krisenfall die dich sichtbar oder unsicher machen
Diese 5 Beleuchtungsfehler im Krisenfall können dich in Gefahr bringen: zu hell, falsche Lichtquellen, kein Backup. Vermeide diese Irrtümer.
Licht im Krisenfall: Mehr als nur Komfort
Licht im Krisenfall ist eine Sicherheitsfrage. Ohne Licht bewegst du dich unsicher, erkennst Gefahren nicht, kannst nicht kommunizieren und machst Verletzungen durch Stürze wahrscheinlicher. Gleichzeitig kann falsches Licht dich ungewollt sichtbar machen oder wertvolle Energie verschwenden.
Diese 5 Fehler sind häufig und vermeidbar.
Fehler 1: Nur auf Kerzen als Notbeleuchtung setzen
Der Fehler: Viele Haushalte haben zwar Kerzen – aber das war's. Keine Taschenlampe, kein Stirnlicht, keine Solar-LED.
Warum es ein Problem ist:
Kerzen haben gravierende Nachteile als primäre Notbeleuchtung:
- Brandgefahr: Jedes Jahr sterben Menschen in Deutschland durch umgekippte Kerzen. Im Krisenfall, wenn du erschöpft oder abgelenkt bist, steigt das Risiko.
- Kein mobiles Licht: Mit einer Kerze kannst du nicht hantieren, nicht gleichzeitig beide Hände frei haben
- Wind löscht Kerze: Draußen oder bei offenen Fenstern nutzlos
- Geringe Helligkeit: Für präzise Arbeit (Wunde versorgen, Karte lesen) ungenügend
Die Lösung: Kerzen als ergänzendes Umgebungslicht. Primärlicht: LED-Taschenlampe und Stirnlampe.
Fehler 2: Taschenlampe mit leeren Batterien
Der Fehler: Taschenlampe steht im Schrank. Wann wurden die Batterien zuletzt gewechselt? Keine Ahnung.
Warum es ein Problem ist: Wenn der Strom ausgeht und du die Taschenlampe brauchst – genau dann ist sie leer. Das passiert häufiger als man denkt.
Die Lösung:
- Batterien der Notfall-Taschenlampe vierteljährlich wechseln (Termin im Kalender)
- Alternativ: Wiederaufladbare Lampen (Nachtisch-LED mit eingebautem Akku) die immer angeschlossen sind
- Handy als Notlicht ist das Backup – aber Handy braucht Akku für Kommunikation
Beste Praxis: 2 Taschenlampen, beide funktionstauglich. Eine in der Nähe des Betts (Stromausfall passiert oft nachts), eine im Wohnbereich.
Fehler 3: Zu helles Licht nach außen abstrahlen
Der Fehler: Blackout im gesamten Stadtviertel. Person stellt helle Lampen ins Fenster oder nutzt eine 1000-Lumen-Hochleistungslampe ohne Rücksicht auf die Umgebung.
Warum es ein Problem ist:
In einem mehrtägigen Krisenfall können Personen die sichtbar Licht haben ein Ziel für Plünderer oder verzweifelte Menschen werden. Das klingt extrem, aber:
- In echten Krisenszenarien (Puerto Rico nach Maria 2017, Texas Blackout 2021) gibt es immer Opportunisten
- Sichtbares helles Licht kommuniziert: "Hier haben Menschen Ressourcen"
- In längerer Krise (3+ Tage) wird Ressourcenverteilung zu einem sozialen Spannungspunkt
Die Lösung:
- Fenster abdunkeln (Vorhänge, Rollos, Karton) wenn Licht verwendet wird
- Niedriger Lichtpegel für ruhige Stunden (Kerzen, gedimmte LED)
- Helles Licht nur wenn notwendig und nicht nach außen abstrahlend
Fehler 4: Nur eine einzige Lichtquelle bevorraten
Der Fehler: Eine Taschenlampe, ein Satz Batterien. Das sollte reichen.
Warum es ein Problem ist:
Geräte versagen. Batterien laufen schneller leer als erwartet. Licht wird fallen gelassen, geklaut, verloren. Die Redundanz ist das Sicherheitsnetz.
Die 3-Licht-Regel:
- Primärlicht: Hochwertige LED-Taschenlampe (Fenix, Olight o.ä.) mit frischen Batterien
- Sekundärlicht: Stirnlampe (beide Hände frei) – wichtig für Kochen, Handwerk, medizinische Versorgung
- Notlicht: Knicklicht/Chemolumineszenz (keine Batterien nötig) oder solar-aufgeladene LED-Kleinstlampe
Dazu Kerzen als angenehmes Atmosphäre-Licht, niemals als einzige Lichtquelle.
Fehler 5: Batterie-Standard nicht vereinheitlicht
Der Fehler: Im Haushalt gibt es Lampen mit AA, AAA, CR123, D, 18650, C-Zellen. Beim Batteriekauf wird wild gemischt.
Warum es ein Problem ist: Wenn du im Dunkeln durch dein Batterien-Chaos suchst, brauchst du lange – und hast vielleicht gerade die falsche Größe gekauft und vorgehalten.
Die Lösung: Standardisierung auf AA und/oder AAA Batterien:
- Die häufigsten Batterien überhaupt (in jedem Supermarkt erhältlich)
- Für alle Notfall-Geräte bei Kauf auf AA/AAA-Kompatibilität achten
- Reserve-Batterien: Mindestens 10 AA und 10 AAA bevorraten
- Lithium AA-Batterien (z.B. Energizer Ultimate Lithium): Deutlich längere Lagerzeit (bis 20 Jahre), funktionieren bei Kälte besser als Alkali
Deine ideale Notfall-Lichtausrüstung
| Gerät | Empfehlung | Batterietyp |
|---|---|---|
| Primär-Taschenlampe | Fenix E35 oder Olight S2R | AA oder 18650 |
| Stirnlampe | Petzl Actik Core | AAA |
| Notlicht | Knicklicht (ChemLight) | Keine (Einmalprodukt) |
| Umgebungslicht | Kerzen + stabiler Halter | Keine |
| Reserve | Solarlampe (Luci Light) | Keine (solar) |
Mit dieser Ausrüstung und frischen Reservebatterien bist du für einen mehrtägigen Blackout gut aufgestellt – ohne unnötige Risiken.




