Foto: Anton Chubarov / PexelsBlackout-Checkliste für den Haushalt: 30 Punkte die du jetzt prüfen solltest
Eine praktische Checkliste zur sofortigen Umsetzung – was du heute noch für den nächsten Blackout erledigen kannst.
Warum eine Checkliste die beste Vorbereitung ist
Notfallvorsorge scheitert oft nicht am Willen, sondern an der Umsetzung. Eine konkrete Checkliste überwindet die mentale Hürde: Du weißt genau, was zu tun ist, und kannst Fortschritte sichtbar machen. Diese 30 Punkte sind nach Dringlichkeit sortiert – heute, diese Woche, diesen Monat.
Heute erledigen (unter 2 Stunden, unter 50 Euro)
Diese 10 Punkte haben die höchste unmittelbare Wirkung und können heute noch umgesetzt werden:
- 1. Taschenlampe prüfen – Funktioniert sie? Sind frische Batterien drin? Kaufe eine LED-Taschenlampe mit Akkubetrieb als Backup.
- 2. Notfallnummern aufschreiben – Feuerwehr 112, Polizei 110, Arzt, Familie, Nachbarn. Auf Papier, sichtbar befestigt.
- 3. Powerbank aufladen – Falls vorhanden, vollständig laden. Falls nicht vorhanden, kaufen (min. 10.000 mAh, ca. 20-30 Euro).
- 4. Bargeld beschaffen – Mindestens 100-200 Euro in kleinen Scheinen (5er, 10er, 20er). Kartenzahlung fällt bei Blackout sofort aus.
- 5. Wasser befüllen – Fülle 5-10 leere Flaschen oder Kanister mit Leitungswasser. Sofortmaßnahme bis zum Kauf geeigneter Kanister.
- 6. Dosenöffner prüfen – Hast du einen manuellen Kurbel-Dosenöffner? Wenn nicht: 3-5 Euro, sofort kaufen.
- 7. Verbandskasten prüfen – Pflaster, Schere, Desinfektionsmittel vorhanden? Ergänze was fehlt (Apotheke, Drogerie).
- 8. Kerzen und Feuerzeug – 5-10 Kerzen + Halterung oder Teelichte + Feuerzeug bereithalten.
- 9. Medikamente inventarisieren – Liste alle Dauermedikamente auf. Hast du mehr als 7 Tage Vorrat? Wenn nicht, beim Arzt nach Rezept fragen.
- 10. Konserven kaufen – Kaufe heute 6-10 Dosen: Bohnen, Thunfisch, Tomaten, Mais. Sofortige Essenssicherheit für 3 Tage.
Diese Woche erledigen (unter 4 Stunden, unter 150 Euro)
- 11. Wasserkanister kaufen und befüllen – 2x 20-Liter-HDPE-Kanister kaufen (lebensmittelecht, opaque). Mit Leitungswasser befüllen, Datum markieren.
- 12. Batterie-Radio kaufen – DAB+/UKW-Radio, batteriebetrieben oder Kurbel. Offizielle Warnungen und Lageberichte im Blackout-Fall nur per Radio.
- 13. Campingkocher beschaffen – Gaskocher mit Gaskartuschen (mindestens 3 Stück). Ermöglicht warme Mahlzeiten ohne Strom.
- 14. Notvorrat aufbauen (3 Tage) – Nudeln (1 kg), Reis (500 g), Haferflocken, Nüsse, Trockenfrüchte, weitere Konserven.
- 15. Wichtige Dokumente kopieren – Personalausweis, Versicherungsunterlagen, Fahrzeugschein, Impfausweis. Kopien in wasserdichte Hülle.
- 16. Heizungssituation prüfen – Braucht deine Heizung Strom? Notiere es. Plane Wärmequelle für den Worst Case (Schlafsack, Kamin, Keramik-Heizstrahler mit Akku).
- 17. Notfall-Schlafsäcke kaufen – Günstige Mylar-Notfallschlafsäcke für alle Haushaltsmitglieder (2-3 Euro pro Stück), oder Outdoor-Schlafsack (bis -5°C).
- 18. Wasserreinigungstabletten kaufen – Mikropur Forte oder ähnliches. Apotheke oder Outdoorladen. Für den Fall, dass Trinkwasser aufbereitet werden muss.
- 19. Nachbarn ansprechen – Informiere mindestens einen Nachbarn über deine Vorbereitungen, frage nach ihrer Situation. Gemeinschaft ist der beste Resilienzfaktor.
- 20. NINA-App installieren – Warn-App des BBK auf dem Smartphone installieren und Benachrichtigungen aktivieren.
Diesen Monat erledigen (unter 8 Stunden, unter 300 Euro)
- 21. Notvorrat auf 10 Tage ausbauen – Vollständige Lebensmittelversorgung für alle Haushaltsmitglieder für 10 Tage. Rotationsprinzip einführen.
- 22. Wasservorrat auf 2 L/Person/Tag x 14 Tage aufstocken – Für eine 4-köpfige Familie: ~112 Liter = 6x 20-Liter-Kanister.
- 23. Notfallrucksack packen – 72-Stunden-Notfallrucksack für jeden Erwachsenen. Inkl. Wasser, Nahrung, Dokumente, Erste Hilfe, Beleuchtung.
- 24. Solarlader kaufen – Für Smartphones und Powerbank. Sonnenlicht = Energie auch bei längerem Blackout.
- 25. Hausapotheke vollständig ausstatten – Vollständiges Erste-Hilfe-Set, Schmerzmittel, Fieberthermometer, Antihistaminika, Desinfektionsmittel.
- 26. Kommunikationsplan erstellen – Wo treffen sich Familienmitglieder, wenn Handys nicht funktionieren? Schreibe den Plan auf und verteile ihn.
- 27. Heizungsbackup planen – Kaminholz für 1 Woche, Campingheizung mit Gas (Sicherheit beachten!), oder "Wärmeinsel"-Konzept (ein Raum mit allen Decken + Körperwärme).
- 28. Haustiere einplanen – Futter für 2 Wochen, Tiergesundheitspass griffbereit, Transportbox/Leine bereit für Evakuierung.
- 29. Erste-Hilfe-Kurs absolvieren – Beim Roten Kreuz oder DRK. 1 Wochenende, lebenslang nützlich. Wiederholt alle 2 Jahre.
- 30. Saisonale Anpassung einplanen – Kalender-Eintrag für halbjährliche Kontrolle aller Vorräte, Ablaufdaten, Batterien, Wasserkanister.
Schnell-Status: Wie vorbereitet bist du?
Zähle deine erledigten Punkte:
| Punkte | Status |
|---|---|
| 0-5 | Kritisch – beginne heute |
| 6-10 | Basis-Sicherheit für 24h |
| 11-20 | Gut aufgestellt für 3-7 Tage |
| 21-30 | Excellent – besser als 95% der Haushalte |
Fazit: Jetzt anfangen, nicht perfekt werden
Notfallvorsorge ist kein Zustand, den du "erreichst" – es ist ein kontinuierlicher Prozess. Die ersten 10 Punkte sind das Wichtigste. Wer Punkte 1-10 erledigt hat, ist bereits deutlich besser aufgestellt als der Durchschnittshaushalt. Dann Schritt für Schritt weiter.
Das Ziel ist keine perfekte Bunkerausstattung, sondern 72 Stunden Selbstversorgungsfähigkeit – das reicht für die meisten realen Notfallszenarien in Deutschland.
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