Zurück zur Übersicht
Evakuierungsplan für die Familie: Checkliste für den Ernstfall (PDF)Foto: YAHIR ARROYO / Pexels
grundlagen22. März 20264 Min. Lesezeit

Evakuierungsplan für die Familie: Checkliste für den Ernstfall (PDF)

Vollständige Evakuierungscheckliste für Familien: Treffpunkte, Taschen, Dokumente und Ablauf – damit im Ernstfall alle wissen was zu tun ist.

Warum ein schriftlicher Evakuierungsplan lebensrettend ist

Im Ernstfall versagt das Gedächtnis. Stress, Panik, Rauch, Lärm – das Gehirn schaltet in den Überlebensmodus und komplexe Planungsaufgaben werden fast unmöglich. Ein schriftlicher Evakuierungsplan, den alle Haushaltsmitglieder kennen, ist der Unterschied zwischen geordnetem Rückzug und Chaos.

Diese Checkliste führt dich durch alle Elemente eines soliden Evakuierungsplans für eine durchschnittliche deutsche Familie.

Bereich 1: Sammelpunkte und Treffpunkte definieren

Primärer Treffpunkt (nahe am Haus)

  • Treffpunkt 1 – Direkt außerhalb: Bushaltestelle direkt vor dem Haus, Nachbarsgarten, Parkeinfahrt gegenüber
    • Adresse oder genaue Beschreibung aufschreiben: _______________________
    • Alle Haushaltsmitglieder kennen diesen Punkt: Ja □

Sekundärer Treffpunkt (außerhalb der Nachbarschaft)

  • Treffpunkt 2 – Weiter entfernt: Supermarkt 500m entfernt, Schule, Kirche, öffentliches Gebäude
    • Adresse: _______________________
    • Erreichbar zu Fuß von Wohnung aus: Ja □ / Nein □

Notfallunterkunft (außerhalb der Stadt)

  • Treffpunkt 3 – Fern-Option: Familie/Freunde außerhalb der Stadt
    • Adresse: _______________________
    • Kontakt (Name und Telefon): _______________________

Bereich 2: Kommunikationsplan

Kontaktliste

  • Alle Haushaltsmitglieder mit Handynummer aufgelistet
  • Außerhalb-Kontakt: Eine Person, die für alle als Nachrichtenzentrale dient
    • Name: _______ Telefon: _______
    • Außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone
  • Schule / Kita: Telefon der Bildungseinrichtung gespeichert
  • Rettungsdienst: 112 (Feuerwehr/Rettung), 110 (Polizei)
  • BBK Krisenhotline: Karte/Website vorher bookmarken

Kommunikationsregeln

  • Wenn Handynetz überlastet: SMS vor Anruf versuchen (verbraucht weniger Bandbreite)
  • Nachricht hinterlassen: Wenn du das Haus verlässt, Zettel an der Tür (wohin du gehst)
  • Radio: Kurbelradio für offizielle Evakuierungsanweisungen bereithalten

Bereich 3: Evakuierungstasche (72h-Vorrat)

Eine Tasche pro Person (Notfallrucksack)

  • Trinkwasser: 1,5 Liter pro Person
  • Nahrung (ohne Kochen essbar): Riegel, Nüsse, Knäckebrot für 3 Tage
  • Wechselkleidung: 1 Set Unterwäsche, 1 T-Shirt, warme Socken
  • Medikamente: Persönliche Verschreibungen + 7 Tage Vorrat
  • Erste-Hilfe-Set: Mini-Version mit Pflaster, Verband, Desinfektionsmittel
  • Taschenlampe: Mit funktionierenden Batterien
  • Powerbank: Vollständig aufgeladen
  • Bargeld: 200–500 Euro in kleinen Scheinen (Karten/ATM oft nicht verfügbar)
  • Kopien wichtiger Dokumente: Siehe Bereich 4
  • Wolldecke oder Notfalldecke (Folie): 1 pro Person
  • Persönliche Hygiene: Zahnbürste, Feuchttücher, Trinkwassertabletten

Für Kinder

  • Spielzeug / Buch das beruhigt
  • Lieblingssnack (hilft bei Kindern, die gestresst nicht essen wollen)
  • Alle Medikamente (auch wenn nicht täglich)

Für Haustiere

  • Futter für 3 Tage
  • Wassernapf und Leine/Transportbox
  • Impfausweis und Heimtierausweis

Bereich 4: Wichtige Dokumente sichern

Originale und Kopien

  • Personalausweise aller Familienmitglieder (Kopie in Evakuierungstasche)
  • Reisepässe (Kopie)
  • Geburtsurkunden (Kopie)
  • Krankenversicherungskarten (Kopie)
  • Versicherungspolicen (Hausrat, Kranken, KFZ) – Kurzversion mit Versicherungsnummern
  • Kontodaten oder IBAN notiert (für Banktransaktionen)
  • Mietvertrag oder Eigentümernachweis (Kopie)

Digitale Sicherung

  • Alle Dokumente als PDF auf verschlüsseltem USB-Stick
  • Cloud-Backup in passwortgeschütztem Ordner (Dropbox, iCloud etc.)

Bereich 5: Evakuierungsablauf üben

Plan bekannt machen

  • Alle Haushaltsmitglieder kennen Treffpunkte 1, 2 und 3
  • Kinder können Treffpunkt 1 alleine finden (Route aufzeigen)
  • Nachbarn wissen von deinem Plan (gegenseitige Hilfe)

Probeevakuierung

  • Einmal jährlich üben (besonders wenn Kinder im Haus)
  • Verschiedene Ausgänge einüben (was wenn Haustür blockiert?)
  • Treffpunkt 1 jedes Familienmitglied alleine navigieren lassen

Zeitplan für Evakuierung

  • Unter 15 Minuten: Ziel für das Verlassen des Hauses
    • Taschen müssen fertig gepackt bereitstehen, nicht erst packen
    • Rucksäcke zugänglich (nicht hinten im Schrank vergraben)

Bereich 6: Das Haus verlassen

Checkliste vor dem Verlassen (soweit sicher)

  • Gas abdrehen (Haupthahn, meist im Keller)
  • Strom abdrehen (Sicherungskasten, Hauptschalter)
  • Wasser abdrehen (Hauptventil)
  • Haustür und Fenster schließen (verlangsamt Ausbreitung von Feuer/Gas)
  • Tiere nehmen oder Tierpflegeplan aktivieren
  • Zettel an der Tür für Retter: "Familie X – evakuiert nach [Treffpunkt 2] – Datum/Uhrzeit"

Nach der Evakuierung

  • Beim Außerhalb-Kontakt melden: "Wir sind sicher in [Ort]"
  • Alle Familienmitglieder zählen
  • Offizielle Kanäle verfolgen (NINA-App, Radio) für weitere Anweisungen

Erstelle diesen Plan heute. Laminiere ihn und hänge ihn an einem bekannten Ort auf (z.B. Innenseite eines Küchenschranks). Im Ernstfall ist er dein wichtigstes Werkzeug.

Jetzt vorsorgen.

Hol dir die kostenlose App.

Im App Store ladenJetzt bei Google Play

Weitere Artikel