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Familiennotfallplan: Checkliste für Eltern mit Kindern (PDF)Foto: Bilal Moazzam / Pexels
grundlagen24. April 20264 Min. Lesezeit

Familiennotfallplan: Checkliste für Eltern mit Kindern (PDF)

Vollständige Familiennotfallplan-Checkliste für Eltern: Treffpunkte, Kommunikation, Kinderausrüstung und psychologische Vorbereitung für den Krisenfall.

Warum Familien einen besonderen Notfallplan brauchen

Familien mit Kindern stehen im Krisenfall vor spezifischen Herausforderungen: Kinder können nicht selbstständig handeln, brauchen mehr psychologische Unterstützung, haben andere physiologische Bedürfnisse (Wärme, Kalorienverbrauch) und sind emotional viel stärker betroffen.

Dazu kommt: Kinder sind im Krisenfall oft nicht dort wo die Eltern sind – in der Schule, beim Sport, bei Großeltern. Ein Plan der das berücksichtigt ist essenziell.

Bereich 1: Kommunikation und Treffpunkte

Treffpunkte definieren

  • Treffpunkt 1 – Direkt ums Haus: Bushaltestelle, Nachbarseinfahrt
    • Kinder ab 7 Jahren kennen diesen Ort: Ja □
    • Adresse/Beschreibung: _______________
  • Treffpunkt 2 – Weiter weg: Schule, Supermarkt, öffentliches Gebäude 500 m entfernt
    • Adresse: _______________
  • Treffpunkt 3 – Fernkontakt: Oma, Verwandte in anderem Ort
    • Adresse: _______________

Schule und Betreuung

  • Schulnotfallplan kennen: Was macht die Schule bei Evakuierung?
  • Kontakt der Schule gespeichert: _______________
  • Abholberechtigung schriftlich festgelegt: Wer darf Kind im Notfall abholen?
    • Name 1: _____________ Telefon: _____________
    • Name 2: _____________ Telefon: _____________
  • Krippe/Kita Notfallkontakt: _______________

Kommunikationsregeln für Kinder

  • Eigene Telefonnummer des Kindes eingerichtet (ab ca. 8–10 Jahren)
  • Mama und Papa Nummer auswendig bekannt
  • Notfallnummer 112 bekannt
  • Kinderhandy im Notfallrucksack des Kindes oder stets dabei
  • Code-Wort vereinbart: "Wenn jemand Fremdes sagt, Papa schickt mich, erkenne das mit Codewort X"
    • Codewort: _______

Bereich 2: Kindernotfallausrüstung

Rucksack für jedes Kind (Größe angepasst)

  • Wasser: 0,5 Liter pro Kind
  • Snacks: Lieblingsriegel, Nüsse, Gummibärchen (Kinder essen unter Stress bevorzugt Bekanntes)
  • Warme Kleidung: Extra-T-Shirt, warme Socken, Handschuhe
  • Kleine Taschenlampe: Kinder lieben Taschenlampen, sie beruhigen
  • Beruhigungsobjekt: Kleines Kuscheltier oder Lieblingsgegenstand (reduziert Stress enorm)
  • Kinderspezifische Medikamente: ADHS-Medikation, Antihistaminika, etc.
  • Identifikationskarte: Laminierte Karte mit Kind-Name, Elternnamen, Telefonnummern

Für Kleinkinder und Babys

  • Windeln und Feuchttücher: 48h-Vorrat (2–3 Packungen)
  • Babynahrung / Beikost: 48h-Vorrat (Gläschen, Brei)
  • Flaschen und Trinksauger: 2 Stück
  • Schnuller: 2 Stück (Beruhigung)
  • Lieblingsdecke: Vertrauter Geruch beruhigt immens
  • Tragesystem: Babytrage für schnelle Evakuierung mit Baby
  • Sonnenschutz und Mückenschutz: Baby-geeignet

Bereich 3: Medizinische Besonderheiten Kinder

  • Medikamentenliste aller Kinder: Wirkstoff, Dosis, Häufigkeit, Notfallkontakt Kinderarzt
  • Kinderarzt-Kontakt gespeichert: _______________
  • Kindergerechte Erste-Hilfe-Ausrüstung:
    • Paracetamol Saft (nicht Tabletten für Kleinkinder)
    • Fiebermessgerät (Ohr oder Stirn für Kleinkinder)
    • Pflaster mit Motiven (Kinder lassen sich damit leichter behandeln)
    • Eispad (für kleine Beulen und Stürze)
  • Allergien dokumentiert: _______________
  • Notfallmedikamente (z.B. Epipen bei Anaphylaxie): In Rucksack, Kind UND Betreuungspersonen wissen Anwendung

Bereich 4: Psychologische Vorbereitung

Kindergerechte Kommunikation

  • Notfallszenario altersgerecht erklärt: Kinder ab 4 Jahren verstehen einfache Szenarien
    • Beispiel: "Manchmal geht der Strom aus. Dann haben wir Taschenlampen und essen besondere Dinge."
  • Kein Erschrecken: Notfallübungen als Spiel gestalten
  • Fragen beantworten: Kinder stellen viele Fragen – ruhig und ehrlich antworten

Stresszeichen bei Kindern erkennen

Normal im Krisenfall:

  • Mehr Weinen, mehr Anklammern
  • Regressives Verhalten (wieder Daumen lutschen)
  • Schlafprobleme

Ernstes Zeichen:

  • Nicht mehr essen
  • Vollständige emotionale Abschottung
  • Extreme Angstreaktionen auf normale Reize

Umgang:

  • Körperkontakt (Kuscheln, Tragen beruhigt)
  • Routine aufrechterhalten so weit möglich
  • Spielerische Aktivitäten auch in der Krise

Übungsformat für Kinder: "Das Krisenspiel"

  • Einmal jährlich: Kurze Probe-Evakuierung als Spiel
    • "Wir spielen Evakuierung! Wer findet zuerst den Rucksack?"
    • Treffpunkt 1 gemeinsam zu Fuß aufsuchen
  • Belohnung: Kleines Eis danach macht die Übung positiv besetzt

Bereich 5: Betreuungsnetzwerk

Notfall-Kinderbetreuer

  • Person 1 – Nah: Nachbar, Großeltern, enge Freunde Name: _____________ Telefon: _____________
  • Person 2 – Fern: Falls lokale Krise alle betrifft Name: _____________ Telefon: _____________
  • Beide Personen kennen die Kinder und sind mit dem Plan vertraut

Gegenseitige Hilfe

  • Andere Familien aus der Nachbarschaft kennen deinen Plan
  • Gegenseitige Vereinbarung: Ihr nehmt eure Kinder, wir unsere

Bereich 6: Jährliche Überprüfung

  • Treffpunkte sind Kindern noch bekannt (aktiv fragen, nicht nur erinnern)
  • Rucksackgröße und -inhalt an Kindsalter angepasst
  • Kontaktliste aktuell (neue Kindergarten/Schulkontakte)
  • Medikamentenliste aktualisiert
  • Notfall-Tierbetreuer und Kinderbetreuer noch verfügbar

Der beste Familiennotfallplan ist der, den alle Familienmitglieder – auch die kleinen – kennen. Erkläre ihn heute mit einem kurzen "Krisenspiel".

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