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Keller als Schutzraum einrichten: Schritt-für-Schritt AnleitungFoto: Jakub Zerdzicki / Pexels
grundlagen3. April 20263 Min. Lesezeit

Keller als Schutzraum einrichten: Schritt-für-Schritt Anleitung

Wie du deinen Keller als einfachen Schutzraum einrichtest: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Beschuss, radioaktiven Fallout und andere Extremszenarien.

Warum ein Keller als Schutzraum?

Deutschland hat keine öffentlichen Schutzräume mehr (die letzten wurden in den 1990ern aus dem Zivilschutzprogramm genommen). Der eigene Keller ist für viele die einzige zugängliche Schutzalternative. Und für die meisten realistischen Szenarien — Bombenangriffe, Fallout, Extremwetter — bietet ein gut vorbereiteter Keller erheblichen Schutz.

Schritt 1: Deinen Keller bewerten

Was macht einen guten Schutzraum aus?

  • Unterhalb der Erdoberfläche: Entscheidend für Schutz vor Beschuss, Fallout und Explosion
  • Betonwände und -decken: Stärkerer Schutz als Ziegelmauerwerk
  • Mehrere Ausgänge: Mindestens zwei Fluchtwege
  • Keine großen Fensterflächen: Fenster sind Schwachstellen

Typische Kellerkategorien in Deutschland

KellertypSchutzwertMaßnahmen
Betonkeller NeubauHochGeringe Modifikation nötig
Ziegelkeller AltbauMittelVerstärkung möglich
Leichtbau/FertigkellerNiedrigBegrenzte Eignung
Ohne KellerInnerster Raum im EG nutzen

Schritt 2: Abdichtung vorbereiten

Fenster und Luftschächte

  1. Alle Kellerfenster mit Holzplatten (18-20mm) von innen vernageln
  2. Luftschächte mit feuchten Tüchern und Plastikfolie abdichten
  3. Türspalten mit Klebeband abdichten

Material: Sperrholzplatten (Baumarkt, 20-30 Euro), Klebeband (breit, stark haftend), Plastikfolie.

Türen abdichten

Kellertür zur Straße hin:

  1. Tür von innen mit Sandsäcken oder gestapelten Kisten sichern
  2. Türspalten mit Klebeband und feuchten Tüchern abdichten
  3. Wenn möglich: Zweite Tür (Windfang-Prinzip) für bessere Abdichtung

Schritt 3: Grundversorgung einrichten

Wasservorrat

Lagere im Keller:

  • Mindestens 10 Liter Trinkwasser pro Person (3-5 Tage)
  • Kanister verschlossen und kühl gelagert
  • Wasserreinigungstabletten als Backup

Lebensmittelvorrat

  • Konserven für 3-5 Tage (kein Kühlungsbedarf)
  • Knäckebrot, Nüsse, Energieriegel
  • Manuelle Dosenöffner (nicht elektrisch)

Beleuchtung

  • Batteriebetriebene Taschenlampen (2-3 Stück)
  • Reservebatterien
  • Kerzen als Backup (vorsichtig in geschlossenen Räumen)
  • Stirnlampen für freie Hände

Kommunikation

  • Kurbelradio oder batteriebetriebenes Radio
  • Aufgeladenes Smartphone
  • Liste mit Notrufnummern auf Papier

Schritt 4: Hygiene und Sanitär planen

Im Extremfall mehrere Stunden oder Tage im Keller:

  • Eimer mit Deckel als Nottoilette
  • Katzenstreu für Geruchsminimierung
  • Einmalhandschuhe und Handdesinfektionsmittel
  • Feuchttücher für Körperpflege

Schritt 5: Medizinische Notversorgung

  • Verbandskasten (vollständig bestückt)
  • Schmerzmedikamente (Paracetamol, Ibuprofen)
  • Persönliche Medikamente (für alle Haushaltsmitglieder)
  • Rettungsdecken (goldene Folie, 2 Stück)

Schritt 6: Psychologische Vorbereitung

Stunden oder Tage in einem engen Raum sind psychisch belastend. Plane ein:

  • Beschäftigung: Bücher, Kartenspiele, Sudoku
  • Kinderbeschäftigung (falls zutreffend)
  • Ruhige Atmosphäre: Decken, Kissen

Checkliste: Schutzraum-Grundausstattung

ArtikelMengeKosten
Sperrholzplatten für Fensternach Bedarf30-60 €
Klebeband (breit)3 Rollen10 €
Plastikfolie10 m²10 €
Wasserkanister (10L)3 Stück20 €
Konserven (5 Tage)nach Personen50-100 €
Batterie-Taschenlampen3 Stück30 €
Batterien AA/AAAPackung20 €
Kurbelradio1 Stück40 €
Eimer mit Deckel1 Stück10 €
Katzenstreu5 kg5 €
Verbandskasten1 Stück20 €
Rettungsdecken4 Stück15 €

Gesamtkosten: ca. 260-340 Euro für eine vollständige Grundausstattung.

Was ein Keller NICHT kann

Sei realistisch über die Grenzen:

  • Direkter Treffer durch schwere Waffen: Kein Schutz
  • Langer Aufenthalt (über 2 Wochen): Problematisch durch Luft, Abfall, Psychologie
  • Gegen atomare Strahlung auf Dauer: Nur Kurzzeit-Schutz

Der Keller als Schutzraum ist eine sinnvolle Ergänzung zur Krisenvorsorge — kein Ersatz für einen professionellen Bunker, aber für die meisten realistischen deutschen Szenarien ausreichend.

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