Foto: Anastasia Shuraeva / PexelsDas neue Gesicht des Preppers: Warum Krisenvorsorge Mainstream werden muss
Doomsday-Prepper mit Stahlhelm und Bunker – dieses Bild ist überholt. Wer heute Krisenvorsorge betreibt, ist Arzt, Ingenieurin, Lehrerin. Das Thema muss entstigmatisiert werden.
Das alte Bild
National Geographic hat es zementiert: Der Prepper als paranoider Einzelgänger im Bunker, umgeben von Waffen und Konservendosen, wartend auf den Weltuntergang. Dieses Bild schadet einer ernsthaften gesellschaftlichen Debatte über Krisenvorsorge massiv.
Denn es macht vernünftige Vorbereitung zur Randerscheinung. "Ich bin doch kein Prepper" ist die häufigste Antwort wenn Menschen hören, dass sie Wasservorräte anlegen sollen.
Wer bereitet sich heute wirklich vor?
Die Zahlen: Nach Corona stieg die Krisenvorsorge in Deutschland messbar an. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) haben 2023 deutlich mehr Haushalte Notvorräte angelegt als 2019.
Die Demographie: Es sind keine Randgruppen. Es sind Eltern, die an ihre Kinder denken. Sanitäter, die wissen was passiert wenn Systeme versagen. Landleben-Neuzugänge, die Selbstversorgung lernen. IT-Spezialisten, die Cyberrisiken verstehen.
Das neue Gesicht des Preppers ist das der normalen Mittelklasse.
Deutschland hat einen Sonderweg
In den USA, der Schweiz, Finnland, Japan ist Krisenvorsorge gesellschaftlich akzeptiert. Japan hat "Disaster Preparedness Day". Die Schweiz verschickt Schutzraumpläne. US-FEMA empfiehlt 72-Stunden-Rucksäcke für jeden.
In Deutschland gelten solche Empfehlungen als Panikmache oder werden belächelt. Dabei gibt das BBK seit Jahren dieselben Empfehlungen wie FEMA – aber keiner redet darüber.
Was Mainstream-Krisenvorsorge bedeutet
Es geht nicht um den Kollaps der Zivilisation. Es geht um:
- 14 Tage Nahrungsvorrat (BBK-Empfehlung)
- 20 Liter Wasser
- Kurbelradio und Notfalllampe
- Erste-Hilfe-Grundkenntnisse
- Wissen was im lokalen Notfall zu tun ist
Das sind keine extremistischen Maßnahmen. Das sind vernünftige Bürger-Grundkenntnisse – wie das Wissen, wie man eine Steuererklärung macht oder ein Auto versichert.
Die Entstigmatisierung ist gesellschaftliche Aufgabe
Wenn Schullehrerin Frau Müller erzählt, dass sie einen Notvorrat hat, ohne gesellschaftliche Ächtung zu fürchten – dann hat Krisenvorsorge den Mainstream erreicht.
Bis dahin: Rede darüber. Normalisiere es. Schäme dich nicht für vernünftige Vorbereitung.




