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Krisenvorsorge einfach einrichten: Schritt-für-Schritt für SeniorenFoto: Vlada Karpovich / Pexels
grundlagen10. August 20263 Min. Lesezeit

Krisenvorsorge einfach einrichten: Schritt-für-Schritt für Senioren

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Senioren: Wie du in 4 Wochen eine vollständige Krisenvorsorge aufbaust die deiner Lebenssituation entspricht.

Krisenvorsorge für Senioren: Einfach und machbar

"Das ist doch nichts für mein Alter" – diese Haltung ist verständlich aber falsch. Krisenvorsorge für Senioren muss nicht Bunker und Militär-Ausrüstung bedeuten. Sie bedeutet: Einen kleinen Vorrat anlegen, wichtige Dinge griffbereit haben, und einen Plan haben.

Diese Anleitung führt dich in 4 Wochen zur vollständigen Grundausstattung.

Woche 1: Wasservorrat anlegen

Ziel: 2 Wochen Trinkwasser

Berechnung:

  • Allein lebend: 2 Liter/Tag × 14 = 28 Liter
  • Zu zweit: 4 Liter/Tag × 14 = 56 Liter

Kaufliste:

  • 15-30 Flaschen stilles Mineralwasser (1,5 Liter)
  • Bei eingeschränkter Mobilität: Lieferdienst oder Hilfe durch Familienmitglied

Lagerort:

  • Im Wohnzimmer oder Schlafzimmer in Griffweite
  • NICHT im Keller (bei eingeschränkter Mobilität)
  • Kühl und dunkel, weg von Heizung

Haltbarkeit: Abgefülltes Wasser ist 1-2 Jahre haltbar. Jährlich rotieren.

Woche 2: Lebensmittelvorrat aufbauen

Ziel: 10-14 Tage einfache Versorgung

Senioren-gerechte Auswahl:

  • Konservengemüse und Hülsenfrüchte (leicht zu öffnen)
  • Fertigsuppen im Tetrapack
  • Knäckebrot und Zwieback
  • Marmelade, Honig
  • Trockenfrüchte und Nüsse
  • Fertiges Müsli ohne Zucker
  • Kleine Öffner-freundliche Packungen

Spezial für ältere Menschen:

  • Weiche Nahrungsmittel wenn Zahnprobleme bestehen
  • Kaloriendichte Snacks (Energie auf kleinem Raum)
  • Alle Nahrungsmittelunverträglichkeiten berücksichtigen

Dose öffnen ohne Stromöffner: Einen guten manuellen Dosenöffner kaufen und griffbereit haben.

Woche 3: Notfallrucksack und Dokumente

Kleiner Notfallrucksack oder -tasche:

Für Senioren: Kein schwerer Rucksack nötig. Eine handliche Tasche oder Trolley reicht.

Inhalt:

  • Wichtige Dokumente (Personalausweis, Krankenversicherungskarte, Medikamentenliste)
  • Medikamente für 7 Tage (kleine Portionen)
  • Bargeld (200 Euro)
  • Taschenlampe
  • Handy-Ladekabel und kleine Powerbank
  • Wechselkleidung für 2 Tage

Dokumente zusammenstellen:

  • Personalausweis
  • Krankenversicherungskarte
  • Medikamentenliste (handgeschrieben oder gedruckt)
  • Hausarzt-Kontakt
  • Vertrauensperson-Kontakt

Alle in eine wasserdichte Hülle.

Woche 4: Kommunikation und Beleuchtung

Batterieradio: Kaufe ein einfaches Batterieradio. Im Krisenfall ist das deine wichtigste Informationsquelle wenn Internet und Fernsehen ausfallen.

Empfehlung: Einfaches FM/AM-Radio mit gutem Empfang, nicht zu viele Tasten.

Taschenlampen:

  • Eine am Bett (Nachttisch)
  • Eine im Wohnzimmer
  • Eine im Bad (für den Nacht-Weg zur Toilette bei Stromausfall)

Wichtig für Senioren: Taschenlampe mit Standmöglichkeit (hinstellen können ohne Halten). Und mit großen, leicht bedienbaren Knöpfen.

Ersatzbatterien: 20 AA-Batterien und 20 AAA-Batterien als Reserve.

NINA-App auf Smartphone: Falls du ein Smartphone hast: Installiere die NINA-App (kostenloser Warn-App des BBK). Bei Katastrophenwarnungen bekommst du automatisch eine Meldung.

Wenn du kein Smartphone hast: Batterieradio + lokaler Rundfunk reicht.

Die Notfallkommunikationsliste

Schreibe auf Papier (groß gedruckt wenn nötig):

PersonTelefonnummer
[Kind/Geschwister]
[Nachbar/Nachbarin]
Hausarzt
Notruf112
Polizei110
Vergiftungsnotfall0228 28733314

Diesen Zettel: An den Kühlschrank hängen oder neben das Festnetz-Telefon.

Spezialfragen für Senioren mit besonderen Bedürfnissen

Bei eingeschränkter Mobilität:

  • Kann ich alleine evakuieren?
  • Wer hilft mir wenn nötig?
  • Gemeinde kontaktieren ob es ein Hilfebedarf-Register gibt

Bei chronischen Erkrankungen:

  • 4-Wochen-Vorrat aller Dauermedikamente
  • Arzt informieren über Krisenvorsorge-Plan
  • Für Insulin-abhängige Diabetiker: Kühlung sicherstellen (Kühlbox)

Bei Hörproblemen:

  • Ist die NINA-App mit Audio-Warnungen eingerichtet?
  • Gibt es visuelle Warnsysteme in deiner Gemeinde?
  • Nachbarn können Warn-Weitergabe übernehmen

Abschluss-Checkliste

  • 2 Wochen Wasservorrat (klein, erreichbar)?
  • 10-14 Tage Lebensmittel?
  • Notfalltasche mit Dokumenten und Medikamenten?
  • Batterieradio?
  • Taschenlampen mit Ersatzbatterien?
  • Notfallkontaktliste auf Papier?
  • Vertrauensperson informiert?

Herzlichen Glückwunsch: Mit dieser Grundausstattung bist du für die häufigsten Krisensituationen vorbereitet.

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