Foto: Vlada Karpovich / PexelsKrisenvorsorge einfach einrichten: Schritt-für-Schritt für Senioren
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Senioren: Wie du in 4 Wochen eine vollständige Krisenvorsorge aufbaust die deiner Lebenssituation entspricht.
Krisenvorsorge für Senioren: Einfach und machbar
"Das ist doch nichts für mein Alter" – diese Haltung ist verständlich aber falsch. Krisenvorsorge für Senioren muss nicht Bunker und Militär-Ausrüstung bedeuten. Sie bedeutet: Einen kleinen Vorrat anlegen, wichtige Dinge griffbereit haben, und einen Plan haben.
Diese Anleitung führt dich in 4 Wochen zur vollständigen Grundausstattung.
Woche 1: Wasservorrat anlegen
Ziel: 2 Wochen Trinkwasser
Berechnung:
- Allein lebend: 2 Liter/Tag × 14 = 28 Liter
- Zu zweit: 4 Liter/Tag × 14 = 56 Liter
Kaufliste:
- 15-30 Flaschen stilles Mineralwasser (1,5 Liter)
- Bei eingeschränkter Mobilität: Lieferdienst oder Hilfe durch Familienmitglied
Lagerort:
- Im Wohnzimmer oder Schlafzimmer in Griffweite
- NICHT im Keller (bei eingeschränkter Mobilität)
- Kühl und dunkel, weg von Heizung
Haltbarkeit: Abgefülltes Wasser ist 1-2 Jahre haltbar. Jährlich rotieren.
Woche 2: Lebensmittelvorrat aufbauen
Ziel: 10-14 Tage einfache Versorgung
Senioren-gerechte Auswahl:
- Konservengemüse und Hülsenfrüchte (leicht zu öffnen)
- Fertigsuppen im Tetrapack
- Knäckebrot und Zwieback
- Marmelade, Honig
- Trockenfrüchte und Nüsse
- Fertiges Müsli ohne Zucker
- Kleine Öffner-freundliche Packungen
Spezial für ältere Menschen:
- Weiche Nahrungsmittel wenn Zahnprobleme bestehen
- Kaloriendichte Snacks (Energie auf kleinem Raum)
- Alle Nahrungsmittelunverträglichkeiten berücksichtigen
Dose öffnen ohne Stromöffner: Einen guten manuellen Dosenöffner kaufen und griffbereit haben.
Woche 3: Notfallrucksack und Dokumente
Kleiner Notfallrucksack oder -tasche:
Für Senioren: Kein schwerer Rucksack nötig. Eine handliche Tasche oder Trolley reicht.
Inhalt:
- Wichtige Dokumente (Personalausweis, Krankenversicherungskarte, Medikamentenliste)
- Medikamente für 7 Tage (kleine Portionen)
- Bargeld (200 Euro)
- Taschenlampe
- Handy-Ladekabel und kleine Powerbank
- Wechselkleidung für 2 Tage
Dokumente zusammenstellen:
- Personalausweis
- Krankenversicherungskarte
- Medikamentenliste (handgeschrieben oder gedruckt)
- Hausarzt-Kontakt
- Vertrauensperson-Kontakt
Alle in eine wasserdichte Hülle.
Woche 4: Kommunikation und Beleuchtung
Batterieradio: Kaufe ein einfaches Batterieradio. Im Krisenfall ist das deine wichtigste Informationsquelle wenn Internet und Fernsehen ausfallen.
Empfehlung: Einfaches FM/AM-Radio mit gutem Empfang, nicht zu viele Tasten.
Taschenlampen:
- Eine am Bett (Nachttisch)
- Eine im Wohnzimmer
- Eine im Bad (für den Nacht-Weg zur Toilette bei Stromausfall)
Wichtig für Senioren: Taschenlampe mit Standmöglichkeit (hinstellen können ohne Halten). Und mit großen, leicht bedienbaren Knöpfen.
Ersatzbatterien: 20 AA-Batterien und 20 AAA-Batterien als Reserve.
NINA-App auf Smartphone: Falls du ein Smartphone hast: Installiere die NINA-App (kostenloser Warn-App des BBK). Bei Katastrophenwarnungen bekommst du automatisch eine Meldung.
Wenn du kein Smartphone hast: Batterieradio + lokaler Rundfunk reicht.
Die Notfallkommunikationsliste
Schreibe auf Papier (groß gedruckt wenn nötig):
| Person | Telefonnummer |
|---|---|
| [Kind/Geschwister] | |
| [Nachbar/Nachbarin] | |
| Hausarzt | |
| Notruf | 112 |
| Polizei | 110 |
| Vergiftungsnotfall | 0228 28733314 |
Diesen Zettel: An den Kühlschrank hängen oder neben das Festnetz-Telefon.
Spezialfragen für Senioren mit besonderen Bedürfnissen
Bei eingeschränkter Mobilität:
- Kann ich alleine evakuieren?
- Wer hilft mir wenn nötig?
- Gemeinde kontaktieren ob es ein Hilfebedarf-Register gibt
Bei chronischen Erkrankungen:
- 4-Wochen-Vorrat aller Dauermedikamente
- Arzt informieren über Krisenvorsorge-Plan
- Für Insulin-abhängige Diabetiker: Kühlung sicherstellen (Kühlbox)
Bei Hörproblemen:
- Ist die NINA-App mit Audio-Warnungen eingerichtet?
- Gibt es visuelle Warnsysteme in deiner Gemeinde?
- Nachbarn können Warn-Weitergabe übernehmen
Abschluss-Checkliste
- 2 Wochen Wasservorrat (klein, erreichbar)?
- 10-14 Tage Lebensmittel?
- Notfalltasche mit Dokumenten und Medikamenten?
- Batterieradio?
- Taschenlampen mit Ersatzbatterien?
- Notfallkontaktliste auf Papier?
- Vertrauensperson informiert?
Herzlichen Glückwunsch: Mit dieser Grundausstattung bist du für die häufigsten Krisensituationen vorbereitet.




