Foto: Chris F / PexelsWasservorsorge: So lagerst du Wasser für den Notfall
Wie viel Wasser du pro Person lagern solltest, welche Behälter geeignet sind und wie du Wasser aufbereitest.
Warum Wasservorsorge die erste Priorität ist
Wasser ist dringlicher als jede andere Ressource. Der menschliche Körper kann ohne Nahrung mehrere Wochen überleben, ohne Wasser jedoch nur 3-5 Tage. Im Sommer oder bei körperlicher Anstrengung noch weniger.
In einer Notlage – Blackout, Hochwasser, Wasserverschmutzung – kann die öffentliche Wasserversorgung ausfallen oder untrinkbar werden. Leitungswasser setzt Pumpstationen voraus, die elektrisch betrieben werden. Bei einem flächendeckenden Stromausfall ist die Wasserversorgung nach wenigen Stunden gefährdet.
Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag als Minimum. Realistisch vorsorgende Experten empfehlen 4-5 Liter für Trinken, Kochen und Minimaläre Hygiene.
Wie viel Wasser solltest du lagern?
Formel:
Anzahl Personen x Tage x Liter/Tag = Lagervolumen
| Haushalt | Tage | 2 L/Tag | 4 L/Tag |
|---|---|---|---|
| 1 Person | 14 | 28 L | 56 L |
| 2 Personen | 14 | 56 L | 112 L |
| Familie (4) | 14 | 112 L | 224 L |
Zusätzlich für Haustiere: Katze ~200 ml/Tag, Hund (mittelgroß) ~500 ml-1 L/Tag.
Empfehlung: Plane mit 4 Litern pro Person pro Tag als Mindeststandard. 2 Liter sind überleben, 4 Liter sind komfortabel.
Geeignete Behälter für die Wasserlagerung
Nicht jeder Behälter ist geeignet. Die wichtigsten Kriterien: lebensmittelechtes Material, lichtundurchlässig, luftdicht verschließbar.
Empfohlene Behältertypen
20-Liter-Kanister (HDPE-Kunststoff):
- Lebensmittelechtes High-Density Polyethylen (erkennbar an Recycling-Symbol "2")
- Lichtundurchlässig (blau oder weiß opaque)
- Handlich durch Tragegriff
- Preis: 10-20 Euro
- Nicht geeignet: durchsichtige Kanister (Algenwuchs), Behälter ohne Lebensmittelkennzeichnung
Wassertanks (60-200 Liter):
- Für größere Vorräte oder Familien
- Platzsparend im Vergleich zu vielen kleinen Kanistern
- Beispiel: Aqua-Tainer, WaterPreserver Stackable Containers
WaterBOB (Badewannenfolie):
- Einmalig nutzbare Folienblase für die Badewanne
- Fasst bis zu 450 Liter
- Bei angekündigter Krise sofort befüllen
- Preis: ca. 25-35 Euro
Glasflaschen (als Ergänzung):
- Keine Chemikalien-Migration
- Schwer und zerbrechlich – nicht als Hauptspeicher
Was du NICHT verwenden solltest
- Milchkannen oder Saftflaschen: Mikroben aus Milch/Saft bleiben im Plastik
- Klare Plastikflaschen: Licht fördert Algenwuchs
- Metallbehälter ohne Beschichtung: Korrosion verändert den Geschmack
- Kanister ohne Lebensmittelkennzeichnung: Chemikalien aus dem Plastik
Wie lange ist gelagertes Wasser haltbar?
Sauberes Leitungswasser in gut gereinigten, luftdichten Behältern ist 6-12 Monate haltbar. Danach sollte es gewechselt werden – nicht weil es giftig wird, aber weil der Geschmack und die Qualität nachlassen.
Verlängerung der Haltbarkeit:
- Dunkel lagern (kein Licht)
- Kühl lagern (unter 20°C)
- Nie aus dem Behälter trinken – immer in ein Glas schütten (vermeidet Kontamination durch Speichel)
- Mit Drehverschluss und Datum beschriften
Wasser aufbereiten im Notfall
Wenn dein Vorrat aufgebraucht ist oder du kein Trinkwasser hast, kannst du Wasser aufbereiten:
Methode 1: Abkochen
Wasser 1 Minute sprudelnd kochen (auf über 1.000 Meter Höhe: 3 Minuten). Tötet alle Bakterien, Viren und Parasiten ab. Anschließend abkühlen lassen und in sauberem Behälter aufbewahren.
Limitation: Entfernt keine chemischen Schadstoffe (Pestizide, Schwermetalle).
Methode 2: Wasserreinigungstabletten (Mikropur, Certisil)
- Silber-Ionen-basiert oder Chlor-basiert
- Gegen Bakterien und Viren wirksam
- Wartezeit: 30 Minuten bis 2 Stunden
- Keine Wirkung gegen Kryptosporidien bei kaltem Wasser
- Preis: ca. 10-15 Euro für 100 Tabletten (à 1 Liter)
Empfehlung Mikropur Forte: Beide Wirkmechanismen (Chlordioxid + Silber), besonders effektiv.
Methode 3: Wasserfilter
Keramikfilter (z.B. Katadyn Pocket):
- Filtert Bakterien und Protozoen (Giardien, Kryptosporidien)
- Keine Viren (außer mit zusätzlichem Aktivkohleblock)
- Langlebig: 50.000 Liter Filterleistung
- Preis: 200-300 Euro
Hohlfaserfilter (z.B. Sawyer Squeeze, LifeStraw):
- Kostengünstiger: 30-70 Euro
- 100.000+ Liter Filterleistung
- Kompakt und leicht
- Filtert Bakterien und Protozoen, nicht Viren
Straw-Filter (z.B. LifeStraw Personal):
- Einfachste Lösung: Direkt aus einer Pfütze trinken
- Gut für den Notfallrucksack
- Filterleistung: 1.000 Liter
Kombination für maximale Sicherheit
Für unbekannte Quellen (Flüsse, Seen, Regenwasser): Erst filtern (Schwebstoffe entfernen), dann abkochen oder Tablette verwenden.
Regenwasser auffangen
In Mitteleuropa fällt durchschnittlich 500-800 mm Regen pro Jahr. Regenwasser ist grundsätzlich sauber, kann aber in städtischen Gebieten durch Luftverschmutzung belastet sein.
Einfaches Setup:
- Regenrinne der Dachrinne in einen Sammelbehälter leiten
- Ersten Schwall verwerfen (spült Schmutz vom Dach)
- Danach sammeln und aufbereiten (filtern + kochen)
Praktische Checkliste Wasservorsorge
- Mindestens 20 Liter sauberes Leitungswasser in HDPE-Kanistern gelagert
- Datum auf Kanistern vermerkt, Wechsel alle 6-12 Monate
- Wasserreinigungstabletten (Mikropur Forte) vorhanden
- Wasserfilter (Sawyer Squeeze oder LifeStraw) im Notfallrucksack
- WaterBOB oder leere Kanister für schnelles Auffüllen bei Vorwarnung
- Wissen, wie man Wasser abkocht und aufbereitet
Fazit
Wasservorsorge ist einfach und günstig – ein 20-Liter-Kanister kostet weniger als 20 Euro. Für eine vierköpfige Familie bedeutet ein 3-Tage-Puffer (~50 Liter) vier Kanister plus ein paar Wasserreinigungstabletten. Das ist ein Nachmittagsprojekt mit potenziell lebensrettendem Ergebnis.
Empfohlene Produkte
Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Durch den Kauf über unsere Links unterstützt du die Weiterentwicklung dieser App, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Wasseraufbereitung Trinkwasser (4x30 Tabletten)

Gardena Hochwasser-Set 9000

T.I.P. Hochwasser-Set Maxima 350 IPX DUO S




