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Wintervorsorge-Checkliste: Was du vor dem ersten Frost vorbereiten musstFoto: Kristina Snowasp / Pexels
grundlagen28. August 20264 Min. Lesezeit

Wintervorsorge-Checkliste: Was du vor dem ersten Frost vorbereiten musst

Vollständige Checkliste für die Wintervorsorge: Heizalternativen, Isolierung, Lebensmittel und Ausrüstung für den Krisenfall im Winter.

Warum eine Wintervorsorge-Checkliste lebensrettend ist

Ein Stromausfall im Sommer ist unangenehm. Ein Stromausfall im Winter kann tödlich sein. Hypothermie, also Unterkühlung, ist einer der häufigsten Notfalltode bei Katastrophenereignissen in kalten Regionen. Mit der richtigen Vorbereitung machst du dich und deine Familie deutlich sicherer.

Diese Checkliste ist in drei Bereiche unterteilt: Sofortmaßnahmen (das musst du jetzt haben), Kurzfristige Vorbereitung (innerhalb von 2 Wochen) und Langfristige Maßnahmen (vor dem nächsten Winter).

Sofortmassnahmen: Diese Dinge brauchst du jetzt

Wärme und Heizung

  • CO-Melder kaufen und installieren (mind. einer pro Schlafraum und Aufenthaltsraum)
  • Winterschlafsäcke für alle Haushaltsmitglieder (mind. -10°C Komfortzone)
  • Warme Kleidung bereitstellen: Thermosets, Wollunterwäsche, Schlafsocken, Mütze
  • Wärmekleidung für Kinder – Kinder kühlen 2× schneller aus als Erwachsene
  • Wolldecken (mindestens 2 pro Person)
  • Streichhölzer und Feuerzeuge – wasserdicht verpackt, mehrere Reserven

Essen und Trinken

  • Thermokannen (2+ Liter) für heißen Tee und Suppe
  • Lebensmittel die kalt essbar sind: Knäckebrot, Nüsse, Schokolade, Dosenware
  • Campingkocher mit ausreichend Gaskartuschen (mind. 5 für 72h)
  • Wasservorrat: 4 Liter pro Person/Tag (Kochen und Trinken)

Licht und Information

  • Taschenlampen mit Ersatzbatterien oder aufladbarem Akku
  • Kurbelradio (Katwarn/NINA empfangbar) für Katastrophenschutz-Informationen
  • Kerzen und Kerzenhalter (Sicherheitskerzen bevorzugen)

Kurzfristige Vorbereitung (innerhalb von 2 Wochen)

Alternative Heizlösung beschaffen

  • Propan- oder Katalytofen kaufen (z.B. Mr. Heater Buddy, Zibro)
    • Mit 11kg-Propanflasche oder 10× 425g-Kartuschen Vorrat
    • Immer in belüfteten Räumen betreiben!
  • Petroleumofen als Alternative (Zibro LC-30 o.ä.)
    • 5 Liter Petroleum bevorraten
    • Richtigen Heizpetroleum kaufen (kein Diesel!)
  • Elektrische Heizdecke oder Wärmflasche – falls Strom vorhanden (Kurzfrist-Komfort)

Wohnung winterfest machen

  • Zugluftstopper für alle Außentüren kaufen
  • Dichtungsstreifen für undichte Fensterrahmen
  • Thermometer (nicht digital) – braucht keinen Strom
  • Innentemperatur-Grenzwert kennen: Unter 12°C Innentemperatur wird Unterkühlung ein Risiko für Ältere und Kinder

Haushaltsapotheke erweitern

  • Wärmepflaster (z.B. ThermaCare) für Rücken und Muskeln
  • Fieberthermometer (Quecksilberfrei)
  • Magnesium und B-Vitamine – Kälte erhöht den Bedarf

Langfristige Maßnahmen (vor dem nächsten Winter)

Heizalternative installieren

  • Kaminofen / Holzofen installieren (Schornsteinfeger konsultieren)
    • Zugelassen nach BImSchV, DIN EN 13240
    • Jährliche Wartung einplanen
  • Holzvorrat anlegen: Mind. 1,5–2 Raummeter Hartholz (Buche, Eiche)
    • Holz muss mindestens 1–2 Jahre trocken gelagert werden
    • Trockenes Holz: Restfeuchte unter 20%

Haus winterfest machen

  • Wärmedämmung prüfen: Dachboden und Keller sind die größten Wärmeverlust-Punkte
  • Rohre schützen: Außenliegende Wasserleitungen dämmen (Frostschutzband)
  • Notfallventil kennen: Hauptwasserabsperrhahn lokalisieren und Funktion prüfen
    • Wenn Rohre einfrieren: Wasser abdrehen verhindert Rohrbruch-Schäden

Ernährungsstrategie für den Winter

  • Lebensmittelvorrat an Winterverhältnisse anpassen
    • Mehr Kalorienreserven: Nüsse, Öle, Schokolade
    • Heiße Gerichte bevorzugen: Suppen, Eintöpfe in Dosen
  • Campinggeschirr und -besteck aus Metall (kein Plastik das bei Kälte bricht)

Spezielle Checkliste: Familien mit Kindern

  • Kinderschlafsäcke (altersgerecht, -10°C Komforttemperatur)
  • Wärmflaschen – klassisch, robust, sicherer als elektrische Modelle
  • Schneeanzüge und Thermokleidung für jede Wachstumsstufe
  • Kindersicherheit: CO-Melder in Kinderzimmern ist Pflicht
  • Notfallplan für Kinder erklärt: Was passiert wenn die Heizung ausfällt?

Spezielle Checkliste: Senioren und pflegebedürftige Personen

  • Unterkühlung-Symptome kennen (Verwandten/Nachbarn erklären)
  • Regelmäßige Kontrollbesuche im Krisenfall planen
  • Wärmeunterwäsche (Größe + Komfort für Senioren)
  • Kontaktnetz erstellt: Wen rufst du an wenn du selbst nicht mehr helfen kannst?
  • Medikamente ausreichend bevorraten (mind. 2 Wochen Vorrat)

Notfallplan: Was tun wenn die Heizung ausfällt?

Stunde 1–6:

  1. Alle in einem Raum zusammenziehen (bestes Wärme-Nutzungs-Verhältnis)
  2. Alternative Heizung aktivieren
  3. Nachrichten hören (Kurbelradio): Wie lange dauert der Ausfall?
  4. Nachbarn informieren und ggf. einladen

Nach 6 Stunden (unter 0°C draußen): 5. Wasserinstallation schützen: Wasser tropfen lassen oder abstellen 6. Haustiere in bewohnten Raum integrieren 7. Vorbereitete Wärmeschicht anlegen (alle Schichten auf einmal)

Nach 24 Stunden: 8. Wärmere Unterkunft suchen (Freunde, Familie, öffentliche Wärmestube) 9. Deine Abwesenheit dem Kriseninfodienst melden (wenn vorhanden)


Diese Checkliste ist der erste Schritt. Starte heute – der nächste Winter kommt bestimmt.

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