Foto: indra projects / Pexels12 Tipps für digitale Sicherheit im Krisenfall
Digitale Krisenvorsorge: 12 konkrete Tipps für Datensicherung, Geräteschutz, Passwörter, Offline-Karten und digitale Identität in der Krise.
Warum digitale Sicherheit zur Krisenvorsorge gehört
In einer zunehmend digitalisierten Welt stecken unsere wichtigsten Dokumente, Kontakte und Informationen in Geräten. Im Krisenfall kann das zum Problem werden: Gerät kaputt, Daten weg. Kein Internet, keine Karten. Akku leer, keine Kommunikation.
Diese 12 Tipps helfen dir, digital resilient für den Krisenfall zu sein.
Tipp 1: Wichtige Dokumente offline sichern
Deine wichtigsten Dokumente sollten in drei Formen vorhanden sein:
- Original (physisch)
- Physische Kopie (in wasserdichter Hülle)
- Digitale Kopie (lokal gespeichert, nicht nur in der Cloud)
Scanne Personalausweis, Reisepass, Versicherungspolice, Grundbuchauszug, Testament. Speichere auf verschlüsseltem USB-Stick.
Tipp 2: Installiere Offline-Karten auf dem Smartphone
Google Maps und Apple Maps brauchen Internet. Im Krisenfall ist das Mobilnetz oft überlastet oder ausgefallen.
Empfehlung: Maps.me (kostenlos, vollständige Offline-Karten) oder OsmAnd.
Aktion: Karte deiner Region und der Regionen wohin du evakuieren könntest herunterladen. Kostenlos.
Tipp 3: Halte Notfallkontakte auf Papier
Smartphone kaputt oder leer – erinnerst du dich an die Telefonnummern deiner Familie?
Schreibe die wichtigsten 5-10 Kontakte auf Papier und stecke sie in den Notfallrucksack. Lade sie auch lokal auf dem Telefon (nicht nur in der Cloud-Synchronisierung).
Tipp 4: Verwende einen Passwort-Manager mit Offline-Zugriff
Empfehlung: Bitwarden (kostenlos, Open Source, offline-fähig)
Wichtig: Exportiere deine Passwort-Datenbank regelmäßig und speichere sie auf einem verschlüsselten USB-Stick. So hast du auch ohne Internet Zugriff auf deine Passwörter.
Masterpasswort auf Papier: Das Masterpasswort deines Passwort-Managers (das einzige das du auswendig kennen musst) auf Papier sichern. An einem sehr sicheren Ort.
Tipp 5: Halte alle Geräte geladen und Powerbank dabei
Entwickle die Gewohnheit:
- Smartphone über 80% wenn du das Haus verlässt
- Powerbank immer aufgeladen
- Laptop vollständig geladen
Im Krisenfall beginnt die Herausforderung mit vollem Akku – und endet früher mit leerem.
Tipp 6: Sichere deine wichtigsten Dateien lokal (nicht nur Cloud)
Cloud-Dienste (Google Drive, iCloud, Dropbox) hängen vom Internet ab. Im Krisenfall kannst du nicht darauf zugreifen.
Empfehlung:
- Externe Festplatte mit wichtigsten Daten
- NAS (Network Attached Storage) für zuhause
- Regelmäßiges Backup (wöchentlich) auf physische Medien
Minimalansatz: USB-Stick mit den allerwich tigsten Dokumenten und Fotos.
Tipp 7: Aktiviere Zwei-Faktor-Authentifizierung mit Offline-Backup
2FA via SMS kann im Krisenfall problematisch sein wenn kein Mobilnetz verfügbar ist. Verwende TOTP-Authenticator (z.B. Aegis, Authy) – diese funktionieren offline.
Backup-Codes: Lade Backup-Codes für alle wichtigen Dienste herunter und speichere sie physisch.
Tipp 8: Lerne wie du deinen Laptop auch offline nützlich betreiben kannst
Viele Menschen nutzen ihr Gerät hauptsächlich für online-Aktivitäten. Im Krisenfall: Was kann dein Laptop offline?
Offline nützliche Software:
- Textverarbeitung (LibreOffice)
- Offline-Karten (JOSM für OpenStreetMap)
- Erste-Hilfe-PDFs offline gespeichert
- Offline-Wörterbücher
- Notfallanleitungen als lokale Kopien
Tipp 9: Fotografiere deine Wohnung und Wertgegenstände für die Versicherung
Für Versicherungsansprüche nach Katastrophen brauchst du Nachweise. Fotografiere:
- Alle Zimmer deiner Wohnung
- Wertgegenstände mit Seriennummern
- Elektrogeräte
Speichere diese Fotos in der Cloud UND auf USB-Stick außerhalb deiner Wohnung.
Tipp 10: Richte einen Offline-Informationsspeicher ein
Speichere lokal auf deinem Gerät:
- BBK-Ratgeber für Krisenvorsorge (PDF)
- Erste-Hilfe-Anleitungen
- Notfallnummern aller Art
- Bedienungsanleitungen für Krisenausrüstung
Diese Informationen sind offline verfügbar wenn das Internet weg ist.
Tipp 11: Schütze deine Geräte physisch
Im Krisenfall: Wasser, Staub, Stöße können Geräte zerstören.
Empfehlung:
- Wasserdichte Schutzhülle für Smartphone (besonders im Notfallrucksack)
- Robuste Tasche für Laptop
- Schockabsorbierende Hülle
Tipp 12: Überdenke deine Social-Media-Strategie im Krisenfall
Im Krisenfall posten viele Menschen instinktiv auf Social Media. Das kann:
- Dein genaues Standort öffentlich machen
- Zeigen wer noch in deiner Wohnung ist
- Belohnungen für kriminelle Aktivitäten sein (leere Wohnung)
Empfehlung: Im Krisenfall nur direkt mit bekannten Personen kommunizieren, keine öffentlichen Posts.
Zusammenfassung: Digitale Krisenresilienz in 5 Schritten
- Wichtige Dokumente lokal gesichert und offline verfügbar
- Offline-Karten auf Smartphone installiert
- Notfallkontakte auf Papier
- Geräte immer aufgeladen, Powerbank dabei
- Backup auf physischem Medium außerhalb der Wohnung
Mit diesen 5 Basics bist du digital gut vorbereitet.




