Zurück zur Übersicht
Unwetter und Sturm: Vollständiger Vorbereitungs-Guide für HaushalteFoto: Peter / Pexels
naturgefahren30. April 20263 Min. Lesezeit

Unwetter und Sturm: Vollständiger Vorbereitungs-Guide für Haushalte

Stürme, Gewitter, Orkan — wie bereite ich mein Zuhause und meinen Haushalt optimal vor? Der vollständige Ratgeber für Unwetter-Vorsorge in Deutschland.

Unwetter in Deutschland: Ein unterschätztes Risiko

Deutschland erlebt jährlich Dutzende schwerer Unwetter. Sturm „Friederike" (2018) verursachte 3 Milliarden Euro Schaden. Unwetter Bernd (2021) löste die Ahrtal-Katastrophe aus. Tornados, die in Deutschland als unmöglich galten, werden häufiger.

Klimawandel verstärkt Extremwetterereignisse — Häufigkeit und Intensität nehmen zu.

Teil 1: Dauerhafte Vorsorge (unabhängig von konkreter Warnung)

Gebäudesicherung

Dach und Fassade:

  • Dach regelmäßig auf lockere Ziegel prüfen (besonders nach Wintern)
  • Dachrinnen von Laub befreien (Wasserstau bei Starkregen)
  • Bäume und Äste in Haushofnähe von Fachleuten auf Sturmfestigkeit prüfen

Keller:

  • Rückstauklappe einbauen lassen (schützt vor überlaufenden Abwasserkanälen)
  • Wertvolle Gegenstände nicht im Keller lagern

Außenanlagen:

  • Gartenmöbel, Schirme, Blumentöpfe bei Sturmwarnung sichern

Ausrüstung bereit haben

  • Taschenlampen mit frischen Batterien
  • Kurbelradio für Notfalldurchsagen ohne Strom
  • Powerbank für Smartphones
  • Erste-Hilfe-Set
  • Notvorrat für 72h (Strom kann bei Sturm ausfallen)

Teil 2: Bei konkreter Sturmwarnung

6-12 Stunden vorher

  1. Warnstufe prüfen: NINA und DWD-Warnkarte checken (Orange = beachten, Rot = handeln, Violett = extreme Gefahr)
  2. Außen sichern: Gartenmöbel, Blumentöpfe, Mülltonnen, Spielzeug in Sicherheit bringen
  3. Auto: Wenn möglich in Garage oder weg von Bäumen parken
  4. Notfallvorrat: Powerbank laden, Trinkwasser bereitstellen
  5. Nachbarn informieren: Ältere Nachbarn ansprechen

1-2 Stunden vorher

  1. Fensterschließen: Alle Fenster und Türen schließen und sichern
  2. Markisen einfahren: Nicht im Sturm — Beschädigungs- und Verletzungsgefahr
  3. Gasflaschen sichern: Im Freien stehende Gasflaschen befestigen oder reinbringen
  4. Sicherungskasten: Wissen wo er ist, für den Fall eines Blitzeinschlags

Teil 3: Während des Unwetters

Drinnen bleiben: Bei orkanartigen Böen (>80 km/h) ist das Verlassen des Hauses lebensgefährlich.

Kein Balkon, kein Dach: Auch kurze Außenaufenthalte bei starkem Sturm sind gefährlich.

Strom und Blitz:

  • Bei Blitzschlag in der Nähe: Elektrische Geräte vom Netz trennen
  • Wenn möglich: Telefonieren nur mit Schnurlostelefon oder Handy (keine Festnetz-Schnurleitungen)

Keller bei Überflutung verlassen: Wenn der Keller sich zu füllen beginnt — sofort verlassen.

Teil 4: Nach dem Unwetter

  1. Schäden dokumentieren (Fotos für Versicherung)
  2. Gebäude auf Strukturschäden prüfen (beschädigtes Dach, gebrochene Fenster)
  3. Keine losen Drähte anfassen (können unter Spannung stehen)
  4. Herabgefallene Bäume: Nicht entfernen ohne Sachverstand (gespannte Äste können zurückschnellen)
  5. Versicherung kontaktieren (Sturm- und Hagelschäden sind meist durch Wohngebäudeversicherung gedeckt)

Versicherungsschutz bei Sturm

Sturm- und Hagelschäden am Gebäude sind in der Regel durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Hausrat (Möbel, Elektronik) durch die Hausratversicherung. Überflutungen: Nur bei zusätzlicher Elementarschadenversicherung.

Fazit

Sturmvorsorge in Deutschland ist kein Extremthema. Sie bedeutet: regelmäßige Gebäudepflege, Grundausrüstung bereit haben, bei konkreten Warnungen außen sichern und drinnen bleiben. Wer das tut, ist für die realistischen Szenarien gut aufgestellt.

Jetzt vorsorgen.

Hol dir die kostenlose App.

Im App Store ladenJetzt bei Google Play

Weitere Artikel