Foto: Peter / PexelsUnwetter und Sturm: Vollständiger Vorbereitungs-Guide für Haushalte
Stürme, Gewitter, Orkan — wie bereite ich mein Zuhause und meinen Haushalt optimal vor? Der vollständige Ratgeber für Unwetter-Vorsorge in Deutschland.
Unwetter in Deutschland: Ein unterschätztes Risiko
Deutschland erlebt jährlich Dutzende schwerer Unwetter. Sturm „Friederike" (2018) verursachte 3 Milliarden Euro Schaden. Unwetter Bernd (2021) löste die Ahrtal-Katastrophe aus. Tornados, die in Deutschland als unmöglich galten, werden häufiger.
Klimawandel verstärkt Extremwetterereignisse — Häufigkeit und Intensität nehmen zu.
Teil 1: Dauerhafte Vorsorge (unabhängig von konkreter Warnung)
Gebäudesicherung
Dach und Fassade:
- Dach regelmäßig auf lockere Ziegel prüfen (besonders nach Wintern)
- Dachrinnen von Laub befreien (Wasserstau bei Starkregen)
- Bäume und Äste in Haushofnähe von Fachleuten auf Sturmfestigkeit prüfen
Keller:
- Rückstauklappe einbauen lassen (schützt vor überlaufenden Abwasserkanälen)
- Wertvolle Gegenstände nicht im Keller lagern
Außenanlagen:
- Gartenmöbel, Schirme, Blumentöpfe bei Sturmwarnung sichern
Ausrüstung bereit haben
- Taschenlampen mit frischen Batterien
- Kurbelradio für Notfalldurchsagen ohne Strom
- Powerbank für Smartphones
- Erste-Hilfe-Set
- Notvorrat für 72h (Strom kann bei Sturm ausfallen)
Teil 2: Bei konkreter Sturmwarnung
6-12 Stunden vorher
- Warnstufe prüfen: NINA und DWD-Warnkarte checken (Orange = beachten, Rot = handeln, Violett = extreme Gefahr)
- Außen sichern: Gartenmöbel, Blumentöpfe, Mülltonnen, Spielzeug in Sicherheit bringen
- Auto: Wenn möglich in Garage oder weg von Bäumen parken
- Notfallvorrat: Powerbank laden, Trinkwasser bereitstellen
- Nachbarn informieren: Ältere Nachbarn ansprechen
1-2 Stunden vorher
- Fensterschließen: Alle Fenster und Türen schließen und sichern
- Markisen einfahren: Nicht im Sturm — Beschädigungs- und Verletzungsgefahr
- Gasflaschen sichern: Im Freien stehende Gasflaschen befestigen oder reinbringen
- Sicherungskasten: Wissen wo er ist, für den Fall eines Blitzeinschlags
Teil 3: Während des Unwetters
Drinnen bleiben: Bei orkanartigen Böen (>80 km/h) ist das Verlassen des Hauses lebensgefährlich.
Kein Balkon, kein Dach: Auch kurze Außenaufenthalte bei starkem Sturm sind gefährlich.
Strom und Blitz:
- Bei Blitzschlag in der Nähe: Elektrische Geräte vom Netz trennen
- Wenn möglich: Telefonieren nur mit Schnurlostelefon oder Handy (keine Festnetz-Schnurleitungen)
Keller bei Überflutung verlassen: Wenn der Keller sich zu füllen beginnt — sofort verlassen.
Teil 4: Nach dem Unwetter
- Schäden dokumentieren (Fotos für Versicherung)
- Gebäude auf Strukturschäden prüfen (beschädigtes Dach, gebrochene Fenster)
- Keine losen Drähte anfassen (können unter Spannung stehen)
- Herabgefallene Bäume: Nicht entfernen ohne Sachverstand (gespannte Äste können zurückschnellen)
- Versicherung kontaktieren (Sturm- und Hagelschäden sind meist durch Wohngebäudeversicherung gedeckt)
Versicherungsschutz bei Sturm
Sturm- und Hagelschäden am Gebäude sind in der Regel durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Hausrat (Möbel, Elektronik) durch die Hausratversicherung. Überflutungen: Nur bei zusätzlicher Elementarschadenversicherung.
Fazit
Sturmvorsorge in Deutschland ist kein Extremthema. Sie bedeutet: regelmäßige Gebäudepflege, Grundausrüstung bereit haben, bei konkreten Warnungen außen sichern und drinnen bleiben. Wer das tut, ist für die realistischen Szenarien gut aufgestellt.




